Dienstag, 18. Dezember 2007

About: Von Shoppern und Bananen

Hinweis: Vorsicht, enthält satirische Inhalte!

Billy Talen aka Reverend Billy befindet sich in einem schwierigen Kampf. Er kämpft gegen die größte dämonische Monokultur, den größten Teufel: Gegen das Einkaufen.
Er und seine Mitstreiter von der Church of Stop-Shopping kämpfen tapfer und das ganze Jahr über, um uns (und Weihnachten im Besonderen) vor der drohenden Shopocalypse zu bewahren.
(c) by Fred Askew

Ein lobenswertes Ziel und vielleicht auch nicht ganz fehl am Platz angesichts der anhaltenden Konsumwelle in Amerika, doch irgendwie auch immer ein bisschen Belächelt kämpft Billy an relativ einsamer Front. Ist ja auch irgendwie verständlich, ist sein Gegner ja auch der größte Teufel, aber ein bisschen mehr Unterstützung könnte er gebrauchen. Deswegen reist er das ganze Jahr über durch Amerika, gibt Interviews und hat sogar schon einen Film in die Kinos gebracht: "What would Jesus buy?" Er läuft auch schon in 60 Kinos in ganz Amerika! Die meisten davon sicher irgendwo in Nebraska (Anm. d. Red: Das Niemandsland der USA).
Doch was ist die Shopocalypse überhaupt? Diese Antwort bleibt uns Billy schuldig, er versichert uns lieber eilig, dass sie ganz bald über uns kommen werde. Er hört die Erde predigen und sie sagt zu uns: "Hört auf! Findet einen anderen Weg um eure Liebe zueinander zu zeigen!" Und dabei will uns Onkel Billy helfen: "Finde ein Geschenk, das Liebe in sich trägt, nicht fossilen Brennstoff! Amen." oder so: "Wir alle haben eine Menge Sachen in unseren Schränken. Macht doch mal auf und schaut nach: Vielleicht ist noch was von letztem Weihnachten da!"
Einen Slogan hat er sich vielleicht von den anonymen Alkoholikern angeschaut: "Wir haben alle ein Problem mit dem Shoppen, und das wollen wir in den Griff bekommen!" Halleluja, wenn das mal kein Anfang ist!
Mein persönlicher Favorit ist aber dieser Ausschnitt aus dem FAZ-Interview vom 17.12.07 von Katja Guttmann:
Und wann haben Sie das letzte Mal etwas eingekauft?
"Wir haben gerade vier Bananen in unserm Laden um die Ecke gekauft.
Das war nicht gut.
Bananen sind schreckliche Produkte.
Ich bekenne auf Knien vor Ihnen, Schwester Katja: Ich bin ein Sünder, und ich habe heute eine Bananen-Sünde begangen! Wenn ich nächstes Mal einkaufe, wird es eine Bio-Banane sein!"

In diesem Sinne:
Weitere Infos natürlich hier: hemisphericinstitute.org, revbilly.com, faz.net
ERGÄNZUNG:
Jetzt auch mit Online-Beichte (wär doch was für die katholische Kirche ;-) ): Online-Beichtstuhl

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